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RATGEBER

WIE MACHE ICH MEIN AUTO
WINTERFEST?

22.10.2020 • Ø 2:45 Min. Lesezeit

Wenn sich die Temperaturen erstmalig wieder dem Gefrierpunkt nähern, kommt es nicht selten zu Geschichten, wie dieser hier:

Es ist ein kalter Wintermorgen. Auf den Autoscheiben hat sich eine dünne gefrorene Schneeschicht abgelegt. Ein kurzer Check im Kofferraum verrät, dass es keinen Eiskratzer und / oder Schneebesen gibt. Irgendwie wollte man ja schon letztes Jahr einen neuen kaufen, aber hat dann doch irgendwie darauf vergessen. Na egal, der Ärmel vom Pullover tut es auch, um Schnee und Eis halbwegs von der Scheibe zu bekommen. Dann schnell aus der Ausfahrt beschleunigen, irgendwie dauert heute morgen ohnehin alles zu lange.

Mit der laufenden Ventilation im Auto beschlägt nun die Scheibe von innen. Und bevor die Sicht durch hektisches Wischen (wieder mit dem Ärmel) auch nur halbwegs wieder hergestellt ist, passiert es. Ein Auffahrunfall! Die rote Ampel und das davor schon zum Halt gekommene Auto gingen hinter der beschlagenen Scheibe komplett unter.

Vorbereitung ist alles!
Es ist wohl kein Geheimnis, dass dieser Unfall hätte leicht verhindert werden können. Wer Geld sparen will, kommt um eine „Kaltwetterumrüstung“ des Autos nicht herum. Wir haben die fünf wichtigsten Tipps zusammen getragen:

Tipp #1: Die Autobatterie
Autobatterien geben im Winter gern, aufgrund der zusätzlichen Belastung durch kaltes Wetter, einfach den Geist auf. Grund dafür ist, dass die Motoren infolge des durch die Temperatur eingedickten Motoröls oft mehr Arbeit leisten müssen. Am besten lässt man die Batterie noch vor Wintereinbruch von einem Fachmann prüfen und gegebenenfalls austauschen.

Tipp #2: Der richtige Reifendruck
Der Reifendruck kann im Winter angesichts der kalten Temperaturen ein Problem darstellen, da Reifen gern Luft ablassen, sobald die Temperaturen sinken. Da falscher Reifendruck die Kontrolle über das Auto unter allen Bedingungen vermindert, ist der korrekte Reifendruck unter schlechten Bedingungen besonders wichtig.

Tipp #3: Die Bremsen
Diese sollten gleich zwei Mal von einem Fachmann geprüft werden: einmal zu Beginn der Saison und noch einmal mitten im Winter. Denn die Bremsen werden im Winter viel stärker beansprucht als in anderen Jahreszeiten. Durch die Feuchtigkeit des Schnees und das Salz auf den Straßen, entstehen Rostflecken auf den Rotoren. Das wiederum verringert ihre Funktionstüchtigkeit.

Tipp #4: Check der Bremsflüssigkeit
Auch wenn das Bremssystem weitgehend unempfindlich gegen Frost ist: Probleme können auftreten, wenn die Bremsflüssigkeit überaltert ist. Dann neigt sie dazu, Wasser aufzunehmen. Dieses verdampft dann durch die entstehende Hitze beim Bremsvorgang und der hydraulische Druck der Bremsen nimmt ab. Am ende lässt sich das Bremspedal nur noch mit Pumpen bedienen und der Bremsweg verlängert sich dadurch wesentlich. Der regelmäßige Austausch der Bremsflüssigkeit, spätestens alle zwei Jahre, ist daher empfehlenswert. Und gerade vor dem Winter empfiehlt es sich, feststellen zu lassen, inwieweit der Frostschutz der Bremsflüssigkeit noch gegeben ist. Kfz-Werkstätten oder Tankstellen können das mit einem Testgerät überprüfen.

Tipp #5: Die richtige Windschutzscheibenflüssigkeit
Gerade die Scheibenflüssigkeit sollte im Winter durch taugliche Formeln ersetzt werden. Denn auch für die Scheiben gilt, dass es ein Winterwaschmittel braucht, um das Einfrieren der Schläuche und Düsen zu verhindern sowie um ein Gefrieren der Scheibenflüssigkeit direkt an der Scheibe zu verhindern. Das Waschwasser sollte unbedingt rechtzeitig auf die Frostperiode angepasst werden. Dabei genügen 20 Prozent Frostschutzmittel vermischt mit Wasser. Diese Kombination reicht bis minus 10 Grad. Wichtig ist, dass beide Mittel vor dem Einfüllen miteinander vermischt werden. Sonst könnte zuvor eingefülltes Wasser in den Schläuchen bereits gefrieren.

Tipp #6: Neue Wischerblätter
Dieses durchaus erschwingliche Zubehörteil wird gerne übersehen. Obwohl gerade Wischerblätter sich schnell abnutzen und im Winter zu gefährlichen Sichtbeeinträchtigungen führen können. Denn sobald Schnee fällt und Eis auf dem Glas liegt, werden die Wischerblätter schnell zerstört. Am besten startet man die kalte Jahreszeit also gleich mit neuen Blättern.

Ein wintertaugliches Fahrzeug überzeugt mit den korrekten Flüssigkeiten für niedrige Temperaturen, neuen oder durch den Fachbetrieb kontrollierten Bremsen, sowie neuen Wischerblättern. Denn wer richtig und rechtzeitig auf den Winter vorbereitet ist, verhindert Pannen und Unfälle, spart damit bares Geld und viel unnötige Mühen.