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RATGEBER

GARANTIE VS. GEWÄHRLEISTUNG

20.05.2021 • Ø 3:30 Min. Lesezeit

Kauft man ein Auto, ist man oft auch sofort von den Wörtern Garantie und Gewährleistung umzingelt. Sie werden schnell verwechselt und umso wichtiger ist es, die Feinheiten zu kennen, die das eine vom anderen unterscheiden. Gerade in Bezug auf den Kauf eines Gebrauchtwagens.

Die Garantie
Einfach ausgedrückt ist die Garantie ein Zufriedenheitsversprechen des Herstellers oder des Importeurs (manchmal auch des Händlers), für während der Garantiezeit auftretende Mängel einzustehen. Anders als die Gewährleistung ist die Garantie aber eine rein freiwillige Vereinbarung, also keine Pflicht. Der Inhalt und auch die Dauer sind oft von Bedingungen abhängig gemacht. Es ist daher wichtig, die Haftungsausschlüsse dabei genau zu lesen um festzustellen, was abgedeckt ist und was nicht. So sind Verschleißteile oder Serviceartikel (also Teile wie Bremsen, Bremsbeläge, Wischerblätter, Riemen etc.) von der Garantie ausgenommen.

Die Gewährleistung
Entscheidet man sich für den Fahrzeugkauf beim Händler, bekommt man eine Gewährleistungsgarantie. Sie gibt zusätzliche Sicherheit, weil sie gesetzlich fest verankert ist. Hierbei ist der Händler verpflichtet, dem Konsumenten ein mangelfreies Produkt zu übergeben. Ist das Fahrzeug fehlerhaft, hat der Kunde einen Anspruch auf Gewährleistung, sofern der Mangel nachweislich schon bei der Übergabe bestand. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist für Automobile beträgt in Österreich 2 Jahre. Tritt ein Fehler innerhalb der ersten 6 Monate nach Übergabe des Fahrzeugs auf wird angenommen, dass der Mangel schon bei der Übergabe bestand.
Der Käufer hat dann einen Anspruch auf Gewährleistung - auf die gesetzlich vorgeschriebene Haftung des Verkäufers. Die Beweislast liegt beim Verkäufer. Er muss beweisen, dass der Mangel nicht schon bei der Übergabe bestand. Ist die Reparatur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand für den Händler verbunden, kann dieser einen Austausch anbieten.

Was passiert nach 6 Monaten bei der Gewährleistung?
Mängel sind nicht immer sofort erkennbar. Treten sie nach der sechsmonatigen Gewährleistungsfrist auf, können sie noch immer beanstandet werden. Denn gerade verborgene Mängel zeigen sich erst später. Auch in diesem Fall liegt die Beweislast beim Verkäufer. Er muss beweisen, dass der Mangel nicht schon bei der Übergabe bestand.
Sind es allerdings andere Mängel, welche nach der ersten 6-monatigen Frist auftreten, ist es am Käufer zu beweisen, dass der Mangel bei der Übergabe bereits vorlag.

Wo gehört das Serviceheft hinein?
Das stets nachgefragte Serviceheft eines Autos ist auch eng mit Garantien und Gewährleistungen verbunden. Durch die Einhaltung der Service-Intervalle erwirbt man dabei eine Standardgarantie oder -gewährleistung und damit eine zusätzliche Deckung für das Fahrzeug. Sie beinhalten eine Reihe von Wartungsterminen, die über eine Laufzeit verteilt sind.
Zu den üblichen Leistungen gehören Ölwechsel, Reifenrotation, Austausch von Zündkerzen und vieles mehr.

Wo gehört das Serviceheft hinein?
Eine Garantie bezieht sich in der Regel auf eine breite Abdeckung, während sich Gewährleistungen viel spezifischer auf Reparaturen und Ersatzleistungen beziehen und eine gesetzlich vorgeschriebene Haftungspflicht des Händlers gegenüber dem Käufer sind.