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RATGEBER

MOTORISIERUNGSRATGEBER

01.04.2021 • Ø 5:00 Min. Lesezeit

Unsere Welt ist ständig im Wandel, so bleibt natürlich auch die Automobilindustrie nicht stehen - im Gegenteil! Aber welcher Motorisierung gehört eigentlich die Zukunft? Diesel, Benziner oder doch ein Elektroauto? Eine Innovation jagt die nächste. Da stellt sich die Frage: Was bringt uns die Zukunft noch? Wir präsentieren eine Bestandsaufnahme und "die harten Fakten".

Kann man noch guten Gewissens einen Diesel kaufen?
Mit der Betrugsaffäre von manipulierten Abgaswerten ist der Diesel in Verruf geraten. Zuvor ein wahrer Verkaufshit, schauen Verbraucher jetzt genauer hin. Und tatsächlich stoßen zahlreiche Dieselmotoren mehr Stickoxide aus, als gesetzlich erlaubt. Moderne Abgassystem vermögen zwar den Ausstoß von Stickoxid zu reduzieren, sie sind aber kostspielig und erhöhen den Preis eines Dieselfahrzeugs im Vergleich zu seinem Rivalen, dem Benziner.

Ohne Autobahn keine Leistung
Auch verlangen die Rußpartikelfilter in Dieselfahrzeugen für eine volle Funktionsfähigkeit eine Temperatur von 600 Grad. Im Stadtverkehr wird aber meist nur eine Temperatur von 200 Grad erreicht. Die Selbstreinigung des Filters kann damit nicht einsetzen und es kommt zum Leistungsverlust und Defekt. Deswegen lieben Dieselautos die Autobahn und sollten diese auch regelmässig unter die Räder bekommen.
Wenn die Traktionskontrolle anschlägt ist klar: Das hier ist Glück. Pures Glück. Pure Freude. Klar - es ist materieller Konsum. Aber gepaart mit einem verdammt guten Erlebnis das man jeden Tag sogar mehrmals genießen kann. Diese Freude des Fahrens ist echt und mit einem großartigen emotionalen Erlebnis verbunden. So kann dieser Frühling einfach nur großartig werden!

Der Benziner holt auf
Das bringt uns zur Bestätigung der alten Regel: Wer weniger fährt, sollte einen Benziner nehmen. Viele Dieselfahrzeuge rechnen sich auch heute erst ab einer Jahres-Kilometerleistung von 15.000 Kilometern. Deswegen werden gerade Kleinwagen kaum noch mit Dieselmotor angeboten.
Sie gelten als klassische Stadtfahrzeuge und sind damit Benziner. Da aber auch der Verbrauch der modernen Benziner immer mehr abgenommen hat, werden sie heutzutage auch in höheren Fahrzeugklassen interessanter.

Elektroautos: innovativ und zukunftsweisend
Egal wie sehr man Diesel- oder Benzinbetriebene Fahrzeuge liebt, innovative Mobilitätskonzepte sind schon allein wegen des geringeren CO2-Ausstoßes unabdingbar. Und auch wenn die Elektromobilität in Österreich noch immer in den Anfängen steckt, ist die Richtung bereits die richtige.
Ob E-Mobilität für einen selbst Sinn macht oder nicht, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Denn auch alternativ betriebene Fahrzeuge können kontraproduktiv sein, wenn sie nicht richtig eingesetzt werden.

Die harten Fakten: Dieselauto
PRO:
Ein Dieselfahrzeug verbraucht circa 20 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner. Der Drehmoment ist höher, gerade im unteren Drehzahlbereich. Ein ständiges zurückschalten entfällt bei einem Dieselmotor.
Auch wenn der Diesel unter Beschuss steht: hinsichtlich des Verbrauchs läuft er dem Benziner den Rang ab. Der Kauf eines modernen Euro-6-Diesel ist gerade für Vielfahrer auch weiterhin eine gute Wahl.

CONTRA:
Der Dieselmotor ist doppelt so teuer wie ein Benziner. Denn gerade die hohen Abgasnormen der EU fordern Motoren, welche modernsten Standards entsprechen und dementsprechend teuer in der Herstellung sind.
Auch werden Dieselfahrzeuge aufgrund der Langstreckennutzung in der Versicherung höher eingestuft als Benzinfahrzeuge.

Die harten Fakten: Benziner
PRO:
Benziner punkten mit günstigeren Preisen bei der Anschaffung, mit mehr Sportlichkeit, auch durch das geringere Gewicht, und der Ausstoß schädlicher Abgase ist wesentlich reduziert.
Auch in größeren Fahrzeugklassen werden Benziner zunehmend attraktiver. Denn vor allem beim Verbrauch haben moderne Benziner in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht.

CONTRA:
Der Kraftstoff von Benzinmotoren ist in der Regel teurer als Diesel.

Die harten Fakten: Elektroauto
PRO:
Das E-Auto gilt als störungsarm. Das liegt unter anderem an der geringen Zahl mechanischer Komponenten im Vergleich zum Verbrennerauto. Auch haben Elektroautos im Vergleich zu ihren Konkurrenten einen entscheidenden Kostenvorteil dank Umweltprämien und geringem Unterhalt.
Pendler greifen gern zu batteriebetriebenen Fahrzeugen. Wer nicht nur den Weg zur Arbeit elektrisch zurücklegen will, sondern auch noch flexibel bei langen Strecken sein möchte, kann auf die modernen Plug-in-Hybriden zurückgreifen.
Immer mehr Elektroautos kommen aber auch schon mit realen Reichweiten von 300 bis 400 Kilometern und Schnellladeleistungen von bis zu 150 kW auf den Markt.

CONTRA:
Ein zentrales Entscheidungskriterium für oder gegen E-Autos betrifft die Versorgung mit Ladestrom. Als E-Auto-Nutzer sollte man idealerweise über einen eigenen und stets freien Ladepunkt verfügen, über den sich günstiger Hausstrom beziehen lässt.

Fazit:
Es kann keine generalisiertes Empfehlung für eine bestimmte Motorisierung getroffen werden. Da sich die modernen Autos in ihrer Bauweise auch bei den verschiedenen Marken wesentlich unterscheiden, lohnt hier immer der direkte Vergleich.
Aber für alle, die lange und viele Fahrten ihren Alltag nennen, könnte ein Auto mit Dieselmotor die bessere Wahl sein. Grund dafür sind geringere Kraftstoffpreise und tendenziell weniger Verbrauch pro Kilometer.
Wie die Zukunft der Motorisierung aber konkret aussehen wird, lässt sich nicht zu 100 Prozent vorhersagen, doch Ressourcen schonendes Fahren ist ganz klar ein wichtiger Faktor.