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RATGEBER

WELCHES ANTRIEBSSYSTEM
IST EFFEKTIV IM WINTER?

21.10.2020 • Ø 2:45 Min. Lesezeit

Mit dem Monat November haben wir es alle wieder im Kalender stehen: den Reifenwechsel. Reifen sind die einzigen Teile am Fahrzeug, welche mit der Oberfläche, der Straße, in Berührung kommen. Das macht Reifen sofort zur wichtigsten Komponente am Auto. Selbst moderne Antriebssysteme, wie der Allradantrieb, können nur die Traktion der Reifen auszunutzen.

Was macht Winterreifen so sicher?
Winterreifen werden aus Gummimischungen hergestellt, die nicht nur bei niedrigen Temperaturen geschmeidig bleiben, sondern auch mikroskopisch kleine Poren aufweisen. Diese saugen die dünne Wasserschicht auf, welche durch das Gewicht des Fahrzeugs beim Fahren über Eis schmilzt. Der flexible Gummi verkrallt sich dabei mechanisch mit dem Eis und gewährleistet die Haftung auf der Straße.

Welches Antriebssystem im Winter?

  • Vorderradantrieb
    Auch wenn die Antwort nach dem geeigneten Antriebssystem im Winter mehr als logisch erscheint: Die überwiegende Mehrheit der Autos verfügt über einen Vorderradantrieb. Und nicht, wie es logisch erscheint, über ein Allradantrieb. Der Frontantrieb bietet in der Regel, bei sonst gleichen Voraussetzungen, mehr Grip als ein Auto mit Hinterradantrieb. Durch Ziehen statt Schieben wird das Fahrerlebnis auch bei rutschigen Bedingungen etwas vorhersehbarer. Deshalb ist Frontantrieb für Fahrer mit wenig Fahrerfahrung eine bessere Wahl, als ein Heckantrieb. Verliert das Fahrzeug mit Frontantrieb aber einmal die Traktion, hilft nichts mehr, als die Geschwindigkeit sofort rauszunehmen.
  • Hinterradantrieb
    Ein Fahrzeug mit Heckantrieb und ausgewogener Gewichtsverteilung bietet in der Regel eine überlegene Dynamik gegenüber einem Frontantrieb. Aber nur mit dem Kompromiss, dass er für unerfahrene Fahrer schwierig zu kontrollieren ist. Ein Auto mit Hinterradantrieb und Mittel- oder Heckmotor, welches mehr Gewicht auf die Hinterräder setzt, hat teilweise sogar mehr Traktion, als ein Allrad betriebenes Fahrzeug. Dreh- und Angelpunkt ist bei diesem Antrieb schlicht das fahrerische Können: wer zu viel Gas gibt, erlebt ein Übersteuern bei dem das Heck versucht, die Front zu überholen.
  • Allradantrieb
    Bei einem Allradantrieb folgt die Leistung dem Weg des geringsten Widerstands innerhalb des Antriebs. Das bedeutet, bei offenem Mittendifferenzial geht die Leistung an das Rad mit der geringsten Traktion. Dieses dreht aber nur so schnell durch, wie sein Pendant an der Gegenachse. Das sorgt für Stabilität, denn das Rad mit der geringsten Bodenhaftung erhält die gesamte Leistung. Die anderen drei Räder können verhindern, dass das Fahrzeug ins Rutschen gerät oder gar durchdreht. Der Allradantrieb hat aber nicht nur Vorteile: es braucht viel Technik im Auto, damit die Kraft auf alle vier Räder übertragen werden kann. Zusätzliche Antriebswellen, ein zusätzliches Getriebe und eine zusätzliche Kupplung erhöhen nicht nur das Fahrzeuggewicht, sondern parallel dazu auch den Verbrauch des Wagens. Und ein Allradantrieb ist wesentlich teurer, als ein frontbetriebenes Fahrzeug. Trotz seiner offensichtlichen Vorteile, ist Allrad damit im Winter nicht immer die Antwort aller Antworten. Ein Allradantrieb bietet auf glatten Straßen zwar mehr Stabilität. Eine den Verhältnissen angepasste Fahrweise ersetzt er aber nicht. Gerade bergab bietet der Allrad nämlich keine Vorteile gegenüber anderen Antrieben. Hier gelten die gleichen Gesetze der Physik - und so manch forscher SUV-Allrad-Fahrer kam beim Bergab fahren schon von der Strasse ab.
Vorsicht ist die Mutter des unfallfreien Winters
Selbst die talentiertesten Fahrer können von den ständig wechselnden Bedingungen, die der Winter mit sich bringt, überrascht werden. Als Fazit bleibt: welcher Antrieb auch immer - sie sind alle anspruchsvoll zu fahren. Denn wenn der Winter mit Kälte, Eis und Schnee einmal Einzug gehalten hat, hilft nur eine defensive aber gefühlvolle Fahrweise. Geben Sie vorsichtig Gas, damit die Räder auf der Schneedecke nicht durchdrehen oder der Wagen aus der Spur bricht. Auch gilt, dass die Reifen auch im zweiten oder dritten Gang, und bei höherer Umdrehungszahl, noch zum Durchdrehen tendieren. Bei Bremsmanövern ist die Motorbremse in jedem Fall vorzuziehen. Denn: Vorsicht ist die Mutter des unfallfreien Winters.

In diesem Sinne: Gute Fahrt!